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DER SCHMERZ

Der Schmerz hat eine Schutz- und Warnfunktion zum Erhalt der Körperintegrität. Der Akutschmerz kann meist gezielt und effektiv behandelt werden, indem man die schmerzauslösende Erkrankungen behandelt (z.B. Knochenbrüche, Blindarmentzündung, Zahnerkrankungen)

Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn der Schmerz diese typische Schutzfunktion verloren hat, und durch sein tägliches Auftreten oder dauerndes Vorhandensein über Wochen und Monate zur eigentlichen Krankheit wird. Das kann daran erkennbar sein, dass die "übliche" Zeit zum Heilen einer Wunde, eines Knochenbruches, einer Operation verstrichen ist, ohne dass die Schmerzen abgeklungen sind, oder neue Schmerzen hinzugetreten sind (akuter Schmerz einer Gürtelrose geht über in einen chronischen Nervenschmerz, die sog. postzosterische Neuralgie, nach Operationen kann es zum Phantomschmerz kommen, fortbestehende Rücken-/ Beinschmerzen nach Bandscheibenoperationen etc).

Bei der Chronifizierung von Schmerzen kann es zu Veränderungen von Nervenzellen im Sinne des "Schmerzgedächtnisses" kommen. Die veränderten Nervenzellen leiten weiterhin Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl die Schmerzursache beseitigt ist, oder es werden Reize, die primär keinen Schmerzreiz darstellen, als Schmerz weitergeleitet.

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen die Schmerzen primär chronisch auftreten, wie z.B. bei der Migräne, oder krankheitsbedingt chronisch sind, wie z.B. bei der chronischen Polyarthritis (Rheuma).

1996 haben die ärztlichen Standesorganisationen eine gesonderte Ausbildungsordnung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" festgelegt. Die Qualifikations- und Fortbildungsanforderungen werden jährlich auf freiwilliger Basis von den deutschen Schmerzgesellschaften überprüft und zertifiziert.